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Vor Tausenden von Nächten ging es den Menschen darum wie sie lebten. Aber heute ist das egal.  Heutezählt einzig und allein, wie du stirbst.

Denn dein Tod entscheidet über deine Zukunft.

Doch lasst uns an den Anfang zurückgehen. Den Anfang allen Todes. Geboren wurde der Tod im zweihundertachtunsiebzigsten Durchlauf des ewigen Kreislaufes. Nach dem zweihundertsiebenundsiebzigsten Reset. Als die höheren Mächte (wer auch immer sie sein mögen) feststellten, das es ohne ein Ende keine Anfänge geben konnte. Und ohne Anfänge konnte es kein Leben geben.

Deshalb erfanden die höheren Mächte den Tod. Doch die Bewohner der Erde wehrten sich. Sie lehnten sich auf und rebellierten. "Wir wollen kein Ende!", schrien sie. "Wir wollen nicht sterben!" Sie fürchteten das Ende. Sie fürchteten Anfänge. Sie fürchteten Anfänge. Sie fürchteten so ziemlich alles, was nicht in ihren eigenen ewigen, immergleichen* Kreislauf passte. Die höheren Mächte berieten sich. Nachdem sie tief und sehr weiße** geseufzt hatten, entschlossen sie sich, den Rebellen ihren Willen zu lassen. Alle anderen aber, die sich höchstwahrscheinlich nicht genug für Politik hatten, um zu rebellieren, sollten fortan sterben müssen. Diese wurden zu dem, was man heute als Lebewesen bezeichnet und in 5 Gruppen unterteilt: Tiere, Pflanzen, Pilze, Bakterien und irgendwas mit "Eu" am Anfang. Sie teilen einige Kennzeichen, die wir alle aus dem Biologie-Unterricht kennen. Aber eigentlich ist ihr wichtigstes Merkmal ihr Tod. Ihr Weg ist eine Strecke, kein unendlicher Kreis. Was ihnen ermöglichte, verschiedene Weggabelungen zu nehmen. Wenn in einem Kreis von der Linie abweicht, ist man draußen aus dem System.

Natürlich wehrten sich die Lebewesen, als sie verstanden, was abging. Plötzlich war ihre Zeit begrenzt. Plötzlich hatten sie ein ungewisses Ende vor Augen.

Aber dann begannen sie ihr Leben leben. Und auf einmal wollten sie nicht mehr in den alten Zustand zurückkehren. Mit jedem Mal, wenn sie sich Steine oder Wassertropfen ansahen, schwand ihr Neid ein wenig. Irgendwann, als man längst vergessen hatte, dass es je ein Dasein ohne Tod gegeben hatte, konnten sie sich nicht mal mehr vorstellen, je einen Stein beneidet zu haben. Sie waren sehr froh, dass sie lebten. Zweifellos war keiner direkt dankbar, dass er sterben durfte. Aber indirekt waren sie es alle.

Doch es gab ein ungelöstes Problem: Durch das Leben auf einer Linie mit inzwischen unzählbaren Abweichungen entstand etwas völlig neues: Der Unterschied. Und durch den Unterschied entstand die Individualität. Vor allem eine spezielle Tiergruppe, die neugierigsten -und deshalb auch am Weitesten gekommenen- aller Lebewesen, entwickelten eine hohe Individualität. Sie testeten die weitesten Wege, jeder andere, jeder seine eigenen. Sodass schon bald alle von großen Unterschieden geprägt waren.

Aus der Individualität wurde schließlich der Charakter. Und mit dem spezifischen Charakter kam das Bedürfnis des Nicht-Vergessen-Werdens. 

Das allein wäre schon schlimm gewesen. Aber es kam noch schlimmer: Wegen dieses Bedürfnisses schufen die Angehörigen dieser Gruppe sich Gründe, warum sie nicht vergessen werden würden. Dinge, für die man sich an sie erinnern würde. Schnell fand ein Großteil von ihnen heraus, dass man besonders wegen helfender, uneigennütziger Taten ihrer gedenken würde. Und so geschah es, dass Menschen, denn sie sind diese spezifische Tiergruppe, mit einem Schlag ganz ohne evolutionsabhängigen Grund selbstlose Sachen machten. Das Ganze eskalierte sosehr, dass nicht-egoistisches Handeln sogar als normal, als voraussetzbar galt. 

Man begann, seine Mitmenschen danach zu bewerten, was sie anderen Mitmenschen gutes oder schlechtes taten oder antaten. Die Vernunft, für die die Menschheit noch nie bekannt gewesen war, blieb dabei auf der Strecke. Das besagte Bedürfnis und das daraus resultierende Verlangen, gemocht zu werden, nahmen überhand.

Das Problem an dieser Tatsache ist allerdings: Die Seelen. Eine Seele ist das, was noch bleibt nach dem Tod. Seelen sind eine Art Konto der nicht egoistischen Zwecken dienenden Handlungen. Solche Handlungen können nicht mit den zugehörigen Menschen sterben, da sie nicht richtig zu ihnen gehören. Sie stehen wie eine Art Band zwischen ihm und demjenigen, dem geholfen wurde. Sie binden den Menschen an andere Menschen und halten ihn somit nach seinem Tod auf der Erde. Weil sie nirgends hinkonnten, spukten sie dort herum. Die Erde war geradezu seelenüberfüllt...

To be continued...


 

*(das ist kein RS, das ist ein Neologismus)

**(das ist ein RS)

26.11.14 22:13


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Manguun

Eine interessante Welt, die ich mir an einem regnerischen Nachmittag mal ausgedacht habe, ist Manguun.

In Manguun verbringt jeder Bürger die ersten 13 Jahre seines Lebens in der Hauptstadt, die aus einem einzigen, riesigen Gebäude besteht. Der 13. Geburtstag ist dann der Tag der Entscheidung. Oder der Entscheidungen, denn in dieser Welt darf jeder selbst bestimmen, wer er sein wird.

Angefangen mit Entscheidungen zum Aussehen und Charakter, zu den magischen und unmagischen Fähigkeiten und der Frage, was man ist. Bis zu den Entscheidungen über den Verlauf des eigenen Lebens, der Gemeinschaft, zu der man gehören will und dem Charakter seiner Freunde.

Wie wenn man in Videogames seine Figur designt. Oder in Rollenspielen die gespielte Geschichte vorher selbst schreibt. Nur dass das Ganze dann durch eine Operation Realität wird.

Die Geschichte, die in dieser Welt spielen sollte, war die eines jungen Mädchens, das sich für ein möglichst ruhiges, problemfreies Schattendasein entscheidet. Bei der Operation wird sie Opfer einer Verwechslung. Als sie aufwacht und in den Spiegel sieht, steht sie plötzlich einer mutigen, rebellischen und mächtigen Kämpferin gegenüber, die ein Leben voller Abenteuer erwartet.

Ihr eigentliches Ich kämpft dann gegen ihr neues Ich und auch ihr Traum-Ich konkurriert um die Kontrolle über ihren Körper. Und so weiter, bla bla bla. Bisher bin ich noch nicht dazu gekommen, die Geschichte auch aufzuschreiben. Wenn jemand die nötige Zeit und Langeweile dazu hat, kann er die Idee gerne adoptieren. Obwohl ich natürlich nicht daran glaube, dass jemand das wirklich machen wird.

Trotzdem finde ich es interessant, darüber nachzudenken, wie man sich selbst gestalten würde, wenn man die Wahl hätte.

Würde man zum Beispiel sein eigenes Geschlecht wieder wählen? Wie würde man die Familie aussehen lassen? Gäbe es nur Harmonie, oder wäre das zu langweilig? Was wäre einem in seinem neuen Leben am wichtigsten? Sicherheit, Liebe, Einfluss, Luxus, Güte, Gerechtigkeit, Aufregung, Wissen, Freunde, sich selbst zu verwirklichen?

Was wäre euch am wichtigsten?

 

Ganz liebe Grüße aus der Welt/den Welten der Fantasie,

Creativity 

26.10.14 20:54


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